Am 29. Juni 2026 haben die Deutsch-Polnische Wissenschaftsstiftung, die Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit und das Deutsche Polen-Institut zur Podiumsdiskussion eingeladen:
„Über Mut. Brauchen wir in der heutigen Außenpolitik Autoritäten?"
Teilnehmer waren:
◦ Heiko Maas, Bundesaußenminister a. D., Präsident des Deutschen Polen-Instituts
◦ Cornelia Pieper, Staatsministerin a. D., Auswärtigen Amt; Ko-Vorsitzende des SdpZ-Vorstands
◦ Prof. Dr. Andrzej Szeptycki, Staatssekretär im Ministerium für Wissenschaft und Hochschulwesen der Republik Polen
29. Juni 2026, 17:00 Uhr, SdpZ, ul. Zielna 37, 00-108 Warszawa
Gespräch über das Buch von Rita Süssmuth „Über Mut: Vom Zupacken, Durchhalten und Loslassen" (Bonifatius Verlag, Paderborn 2024).
Staatsminister Florian Hahn übernimmt Vorsitz der Deutsch-Polnischen Wissenschaftsstiftung
Die Deutsch-Polnische Wissenschaftsstiftung (DPWS) steht unter neuer Leitung: Staatsminister im Auswärtigen Amt Florian Hahn hat den Vorsitz des Vorstands übernommen. Er folgt auf Cornelia Pieper, ehemalige Staatsministerin im Auswärtigen Amt und zehn Jahre Generalkonsulin in Danzig, der die Stiftung für ihr langjähriges und engagiertes Wirken ausdrücklich dankt.
Pressemitteilung
Foto: © Cosima Höllt
Prof. Dr. Rita Süssmuth
17.02.1937 – 01.02.2026
Wir trauern um unsere langjährige Vorstandsvorsitzende, die Bundestagspräsidentin a. D. Prof. Dr. Rita Süssmuth.
Mit großem Weitblick, unermüdlichem Engagement und tiefer Überzeugungskraft hat sie die Arbeit der Deutsch-Polnischen Wissenschaftsstiftung seit ihrer Gründung entscheidend geprägt. Ihre Verdienste um die deutsch-polnische Verständigung, den europäischen Dialog und den Ausbau des wissenschaftlichen Austauschs zwischen unseren Nachbarländern sind von immenser Bedeutung und nachhaltiger Wirkung.
Wir sind ihr für ihr außergewöhnliches Engagement zu tiefem Dank verpflichtet und werden ihr Andenken in Ehren bewahren.
Unser Mitgefühl gilt ihrer Familie sowie allen, die ihr nahestanden.
Vorstand, Wissenschaftlicher Beirat, Geschäftsführung und Mitarbeiterinnen der Geschäftsstelle der Deutsch-Polnischen Wissenschaftsstiftung
Nachruf von Cornelia Pieper lesen
(Foto: Jan Voth)
Die Deutsch-Polnische Wissenschaftsstiftung erzielte mit ihrer Sonderausschreibung „,Epochenwende‘? Der Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine und seine Auswirkungen auf Polen und Deutschland“ eine Rekordbeteiligung von mehr als 30 deutsch-polnischen Forschungsanträgen mit einem Gesamtvolumen von 10,5 Millionen Euro. Vorstand und wissenschaftlicher Beirat der Stiftung wählten drei besonders herausragende Forschungsprojekte aus, die wissenschaftliche Relevanz, methodische Qualität und bilaterale Zusammenarbeit in besonderer Weise verbinden. Im Januar 2026 beginnen die Forschungen, die mit etwa 1 Million Euro gefördert werden. Die Finanzierung wird durch zusätzliche Mittel des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt sowie des Ministeriums für Wissenschaft und Hochschulwesen der Republik Polen ermöglicht.
Die Deutsch-Polnische Wissenschaftsstiftung blickt auf 15 Jahre Fördertätigkeit und nahezu 500 deutsch-polnische Projekte in den Geistes- und Sozialwissenschaften zurück. Diese Zusammenarbeit wäre ohne das Engagement vieler Menschen in den vergangenen Jahren nicht möglich gewesen. Aus diesem Anlass feierte die Stiftung ihr 15-jähriges Jubiläum am 12. Februar 2025 im Kaisersaal der Deutschen Parlamentarischen Gesellschaft in Berlin. Ein besonderer Dank galt der Vorstandsvorsitzenden (2008-2022) und Ehrenvorsitzenden der DPWS, Prof. Rita Süssmuth, Bundestagspräsidentin a. D., und der Initiatorin der Stiftung, Prof. Gesine Schwan. Die Vorstandsvorsitzende, Cornelia Pieper, hob in ihrer Begrüßung deren langjähriges Engagement und unermüdlichen Einsatz hervor. Das Jubiläum bot die Gelegenheit, die bisherigen Erfolge zusammenzufassen und neue Handlungsschwerpunkte zu setzen.
Regierungsabkommen ermöglicht der Deutsch-Polnischen Wissenschaftsstiftung zusätzliche Förderung von Forschungsprojekten
Unterzeichnung des Abkommens am 21. Juni 2023 im Ministerium für Bildung und Wissenschaft in Warschau
Am 21. Juni 2023 unterzeichneten in Warschau Vertreter des deutschen und des polnischen Wissenschaftsministeriums, Staatssekretärin Prof. Sabine Döring und Staatssekretär Wojciech Murdzek, unter Anwesenheit der Botschafter Deutschlands und Polens sowie des Vorstands der DPWS, ein Änderungsabkommen zum Regierungsabkommen über die Zusammenarbeit im Rahmen der Deutsch-Polnischen Wissenschaftsstiftung. Dieses Abkommen schafft eine rechtliche Grundlage, um die Fördertätigkeit der Stiftung mit mehr Fördergeldern zu unterstützen. Bis zu 500 Tsd. Euro jährlich kann jede Seite bereitstellen.
Cornelia Pieper, Vorstandsvorsitzende der Stiftung und Generalkonsulin in Danzig, sagte: „Dieses Abkommen öffnet die Tür, um weiterhin größere Forschungsvorhaben zu zentralen deutsch-polnischen Themen zu fördern. Wir begrüßen die Absicht der beiden Regierungen, diese wichtige Form der deutsch-polnischen Kooperation fortzusetzen.“
Im Rahmen der Sonderausschreibung der DPWS hat ein Wissenschaftlerteam die Kommunikation zwischen Polen und Deutschen und die Art und Weise, wie sie übereinander kommunizieren, umfassend untersucht. Das Projekt „Akteure, Felder, Wege – deutsch-polnische Kommunikation: Miteinander und übereinander“ wurde in Kooperation zwischen dem Deutschen Polen-Institut in Darmstadt und dem Institut für öffentliche Angelegenheiten in Warschau realisiert.
Das Ergebnis ist eine Reihe von Veranstaltungen, Studien und Online-Publikationen, die unter anderem Elemente der deutsch-polnischen Beziehungen aus verschiedenen Blickwinkeln analysieren, etwa die Art und Weise, wie das Nachbarland wahrgenommen wird, das Thema Krieg oder die Botschaften in den sozialen Medien. Gleichzeitig haben die Autoren des Projekts Empfehlungen erarbeitet, die darauf abzielen, die Selbstreflexion und Sensibilität gegenüber dem Nachbarn und Partner zu erhöhen und so die deutsch-polnische Kommunikation zu erleichtern.
Wissenschaftler von der Universität Bayreuth und der Kazimierz-Wielki-Universität in Bydgoszcz analysierten ein umfangreiches Korpus von Pressetexten zu Medienereignissen, die sowohl für Polen als auch für Deutsche relevant sind. Das Ziel des 2019-2023 durchgeführten Projekts „Emotionale Nachbarschaft. Affekte in polnisch-deutschen Mediendiskursen seit dem EU-Beitritt Polens“ war es, zu untersuchen, welche manifest und latent vorhandenen Emotionen in Pressemeldungen auftauchen und wie sie die affektiven Weltbilder beeinflussen, die dann reproduziert und verbreitet werden.
Die Forschungsergebnisse zeigen die Unterschiede zwischen dem deutschen und polnischen Mediendiskurs auf und gehen auf die Ursachen ein, was den Anstoß für die Vorbereitung einer diskursiv realisierten „Politik der Affekte“ geben kann, im Sinne einer Politik kooperationsfördernder Emotionen.