LEITLINIEN FÜR DIE FÖRDERUNG

DER DEUTSCH-POLNISCHEN WISSENSCHAFTSSTIFTUNG

-Vorläufige Fassung (Stand 21. Februar 2008)—

Vorbemerkung

Die Deutsch-Polnische Wissenschaftsstiftung entstand aus dem Willen, die Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Polen im Bereich der Wissenschaft zu stärken. Anliegen der Stifter - des Bundes, vertreten durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), des Landes Brandenburg, vertreten durch die Staatskanzlei, und künftig auch Polens -, ist die Förderung der Völkerverständigung und der europäischen Integration durch die Zusammenarbeit zwischen Studierenden, Wissenschaftlern und Forschern beider Länder.
Förderzweck

Der Zweck der Stiftung ergibt sich aus § 2 der Satzung der Deutsch-Polnischen Wissenschaftsstiftung:

(1) Zweck der Stiftung ist die Förderung der Wissenschaft und der Völkerverständigung durch die Förderung der deutsch-polnischen Zusammenarbeit zwischen Studierenden, Wissenschaftlern und Forschern beider Länder.

(2) Der Stiftungszweck wird insbesondere verwirklicht durch:

  1. die Förderung von Projekten und Vorhaben für Studierende, Wissenschaftler und Forscher aus den wissenschaftlichen Bereichen derjenigen Fakultäten, die an der Adam-Mickiewicz-Universität in Posen und an der Europa-Universität Viadrina vertreten sind, unter anderem durch die Durchführung von wissenschaftlichen Veranstaltungen und Forschungsvorhaben im Rahmen einer deutsch-polnischen Hochschulkooperation mit besonderem deutsch-polnischen Bezug insbesondere an der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt (Oder) und dem Collegium Polonicum in Słubice, sowie durch
  2. die Gewährung von Stipendien, mit denen der Austausch unter Studierenden, Wissenschaftlern und Forschern zur Vertiefung des gegenseitigen Verständnisses ausgebaut werden soll.

Bei Verwendung der Mittel sind ausschließlich Exzellenzkriterien maßgeblich. Dabei sind sowohl die wissenschaftliche Qualität als auch der Beitrag des Projekts oder des Vorhabens zur vertieften Verständigung zwischen den Völkern zu berücksichtigen.
 
(3) Die Stiftung verfolgt ausschließlich und unmittelbar gemeinnützige Zwecke im Sinne des Abschnitts „Steuerbegünstigte Zwecke“ der Abgabenordnung.

(4) Die Stiftung ist selbstlos tätig; sie verfolgt nicht in erster Linie eigenwirtschaftliche Zwecke.

Gegenstand der Förderung

Grundprinzipien

Die Stiftung fördert Projekte und Vorhaben im Bereich von Wissenschaft und Forschung, die einen Beitrag zur Völkerverständigung und damit zur europäischen Integration leisten. Bei diesem gesamtstaatlichen Anliegen kommt Projekten, die aus der deutsch-polnischen Grenzregion hervorgehen, eine besondere Bedeutung zu.
Die Projekte und Vorhaben sollen grundsätzlich in deutsch-polnischer Zusammenarbeit von Studierenden, Wissenschaftlern oder Forschern beider Länder bearbeitet werden. Die Zusammenarbeit kann durch Kooperationspartner aus anderen Ländern erweitert werden.

Die Stiftung will durch ihre Förderung innovative Projekte in Deutschland und Polen anregen und neue Modelle der Zusammenarbeit entwickeln.
Der wissenschaftliche Austausch, die Netzwerkbildung und die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses haben im Rahmen der Tätigkeit der Stiftung besonderen Stellenwert.

Die Stiftung sucht im Rahmen ihres Tätigkeitsfeldes die Zusammenarbeit mit anderen Institutionen.

Die Stiftung trägt durch die Förderung wissenschaftlicher Vorhaben dazu bei, Grundlagen und Erkenntnisse zu erschließen, die das gegenseitige Verstehen und Verständnis zwischen Deutschen und Polen fördern. Sie unterstützt Strukturen, den Austausch und die Kommunikation von Erkenntnissen in Deutschland und Polen, die die Bindung an das Partnerland fördern, das gegenseitige Interesse wecken, Informationsdefizite und Vorbehalte abbauen.

Die Stiftung fördert Vorhaben Dritter auf der Grundlage begründeter Anträge. Die Stiftung kann thematische Schwerpunkte der Förderung im Rahmen öffentlicher Ausschreibungen konkretisieren. Sie kann eigene Vorhaben, z.B. Workshops und Konferenzen, durchführen.

Die Stiftung legt Wert auf die Nachhaltigkeit der geförderten Projekte. Vorausgesetzt wird eine Eigenbeteiligung, wobei in begründeten Fällen Ausnahmen möglich sind.
Ausgeschlossen sind eine institutionelle bzw. unbefristete Förderung sowie die Förderung von Großprojekten und Investitionsprojekten.

Handlungsfelder

Die Stiftung fördert Vorhaben vorrangig im Bereich der Geistes-, Kultur- sowie der Rechts-, Sozial- und Wirtschaftswissenschaften.

Gefördert werden vor allem:

  • der Aufbau und die Einführung neuer Strukturen in Lehre und Forschung mit deutsch-polnischem Bezug und im Rahmen eines übergreifenden und nachhaltigen Konzeptes der Antragsteller zur Förderung der deutsch-polnischen Verständigung, Integration und Zusammenarbeit, das eine ganzheitliche Sichtweise der Strukturen und Abläufe berücksichtigt. Dies können z.B. sein:
    • deutsch-polnische Studiengänge und Doppeldiplome/Doppelabschlüsse
    • mehrsprachige Studienangebote
    • nachhaltige Hochschulkooperationen
    • grenzüberschreitende Netzwerke in der Hochschulzusammenarbeit zwischen Deutschland und Polen sowie ggf. weiteren Kooperationsländern
    • Stipendienprogramme (die von der Stiftung auch in Zusammenarbeit mit anderen Institutionen oder Förderern durchgeführt werden)
    • Sommerschulen
    • wissenschaftlichen Veranstaltungen mit breiter öffentlicher Teilnahme zur Kommunikation wissenschaftlicher Erkenntnisse über die deutsch-polnischen Beziehungen und die gesamteuropäische Integration
  • Forschungsprojekte in den o.g. Wissenschaftsgebieten mit deutsch-polnischem Bezug:
    • zu wissenschaftlichen Grundlagen
    • aus dem Bereich der anwendungsbezogenen Forschung
    • in den Bereichen Kulturvergleich, Übersetzungs- und Kommunikationswissenschaft sowie der Konfliktforschung und Mediation
    • empirische Untersuchungen, die dem Abbau von Vorurteilen dienen

Die Stiftung kann eigene Initiativen in ihrem Fördergebiet ergreifen, wie zum Beispiel die Durchführung regelmäßiger Veranstaltungen mit deutschland- und polenweiter Ausstrahlung als Leuchttürme der deutsch-polnischen Begegnung in Wissenschaft und Forschung.

Sie kann Wettbewerbe ausschreiben und Preise vergeben, die besondere Leistungen im Bereich ihres Tätigkeits- und Fördergebietes auszeichnen und bekannt machen.
Sie kann die Herstellung von Materialien zur deutsch-polnischen Verständigung im Bereich von Wissenschaft und Forschung fördern, zum Beispiel Dokumentarfilme über deutsch-polnische Kooperationen.

Empfänger der Förderung

Empfänger der Förderung sind Hochschulen, außeruniversitäre Forschungseinrichtungen und sonstige wissenschaftliche Einrichtungen in Deutschland und in Polen, jeweils in Verbindung mit entsprechenden Einrichtungen im Partnerland (Deutschland bzw. Polen), die den Zuwendungszweck und die Fördervoraussetzungen erfüllen.

Fördervoraussetzungen

Voraussetzung für die Förderung ist, dass das Vorhaben dem Stiftungszweck und der Programmatik dieser Leitlinien entspricht. Das Vorhaben muss in einem nachvollziehbaren, den Projektinhalt kennzeichnenden Bezug zum Tätigkeitsfeld der Stiftung stehen.

Bei Verbundprojekten haben die Partner ihre Zusammenarbeit in einer Kooperationsvereinbarung zu regeln.

Bei Anteilsfinanzierung muss die Gesamtfinanzierung des Vorhabens sichergestellt und nachgewiesen sein.

Art, Umfang und Höhe der Förderung

Bemessungsgrundlage sind die zuwendungsfähigen Ausgaben, die bis zu 100% gefördert werden können.

Zuwendungsfähige Ausgaben:

  • Personalausgaben, Sach- und Reisekosten
  • Mittel zur Vorbereitung und Durchführung wissenschaftlicher Konferenzen und Forschungskolloquien
  • Zuschüsse für Druckkosten und Übersetzungsmittel
  • Beihilfen für Forschungsaufenthalte (einschl. Reisen) ausländischer Projektpartner
  • Die Laufzeit der Projekte soll in der Regel nicht mehr als fünf Jahre betragen.
  • Das finanzielle Volumen eines Vorhabens soll in der Regel nicht mehr als 250.000 € im Jahr betragen.

Für die Förderung gelten im Übrigen die allgemeinen Vorschriften der Projektförderung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung. Näheres zum Antrags- und Bewilligungsverfahren regelt der Vorstand der Stiftung.

Projektanfragen

Anfragen zu Vorhaben werden an die Geschäftsstelle der Stiftung direkt gerichtet. Die Geschäftsstelle berät Antragsteller im Rahmen ihrer personellen Möglichkeiten.

Polski
(URL: http://www.pnfn.pl/pl/446.php)

Ansprechpartner

  • Deutsch-Polnische Wissenschaftsstiftung

    • Witold Gnauck
    • Geschäftsführer
    • Telefonnummer: +49-(0)335-6640593
    • E-Mail-Adresse: gnauck@dpws.de
    • Daria Mudzo-Wieloch
    • Stellvertretende Geschäftsführerin
    • Projektleiterin
    • Telefonnummer: +49-(0)335-6640594
    • E-Mail-Adresse: mudzo-wieloch@dpws.de
    • Martina Schurig
    • Sachbearbeiterin
    • Buchhalterin
    • Telefonnummer: +49-(0)335-6640226
    • E-Mail-Adresse: schurig@dpws.de
    • Logenstr. 9-10
    • 15230 Frankfurt (Oder)
    • Faxnummer: +49-(0)335-6640595
    • Homepage: http://www.dpws.de